Freistellungswahn bei der Vogelfotografie

volker antwortete auf das Thema: Freistellungswahn bei der Vogelfotografie

1 Jahr 7 Monate her

Vaterfreuden schrieb:

Volker schrieb:

Vaterfreuden schrieb: ...

Genau dieser Anspruch ist eben gewillkürt. Denn technisch möglich sind ja eben vielerlei Manipulationen durch den Einsatz unterschiedlicher Optiken, Filter und inzwischen sogar Firmwareversionen.

Ich würde es sogar noch krasser formulieren: Der Einsatz bestimmter lichtstarker Linsen führt zu Bokehs bei Naturaufnahmen, die mit der Realität, wie sie das menschliche Auge wahrnimmt, überhaupt nichts mehr zu tun haben. Jedenfalls sehe ICH, wenn ich bspw. flach über einem Gewässer schwimmende Wasservögel beobachte, nicht einen derart aufgelösten Hintergrund mit Bokehkreisen wie ihn diverse Linsen liefern und somit eben aus meiner Sicht ein ebenso fragwürdiges Ergebnis liefern wie eines, das auch digital erzielt werden kann.

Und wenn Du "technisch" mögliches zulässt, beinhaltet das zum Zeitpunkt der Aufnahme eben auch die Verarbeitung des Bildes durch die Kamera, die ebenso "munter" das Foto manipuliert (Entrauschung, Schärfung, Weißabgleich, Special-Filter, Verzerrungskorrektur usw.). Spätestens hier dürfte für jeden vernünftig denkenden Menschen deutlich werden, dass die Anforderungen bzw. Ansprüche an ein "Naturdokument" nicht konsistent sind, denn DAS, was nach Deiner o. a. Darstellung als "Bild bereits möglichst gut/perfekt aus der Kamera" kommen sollte, hat bereits ebenso eine Kette an physikalischen (Linsen, Filter) sowie digitialen Beeinflussungen durchlaufen.

Und aus diesem Grund ist nicht einzusehen, warum Manipulationen VOR/BEI Aufnahmen vertretbarer sein sollten als jene NACHT einer Aufnahme!

Gerade in Bezug auf die Vogelfotografie finde ich übrigens die Ausführungen von Bence Mathé sehr interessant und nachvollziehbar, der im Buch "Handbuch der Vogelfotografie" u. a. darauf aufmerksam macht, welchen Stellenwert heutzutage die nachträgliche Bildbearbeitung hat.


Viele Grüße
Volker

Also unter Willkür sehe ich das nicht .
Fotografie ist auch immer eine Art Kunst, daher sehe ich Unschärfekreise durch offene Blenden etc. absolut als Stilmittel an.
Ich verstehe deine Sicht leider nicht.

Du willst auf Gedeih und Verderb nachträgliche digitale Bildbearbeitung zulassen, die ich eher ablehne - gleichzeitig ist dir ein rein optisch erzeugter Effekt aber zu viel (siehe unten)


Ich finde meine Sichtweise eigentlich ganz gut nachvollziehbar:

Wenn Du physikalische Manipulationen von Aufnahmen als "Stilmittel" bewertest, gibt es nicht einen plausiblen Grund, DIESES Stilmittel als legitim einzustufen und das digitale Pendant, welches das gleiche Ergebnis erzeugt, dagegen nicht!

Insofern könnte man DIR genau so vorhalten, dass Du auf Gedeih und Verderb die Manipulation von Aufnahmen vor/beim Entstehen gutheißt und nachträgliche dagegen ablehnst. ;-)

Vielleicht melden sich ja auch gelegentlich hier nochmals andere User zu Wort ....

Viele Grüße
Volker


Zitat:
"Ich würde es sogar noch krasser formulieren: Der Einsatz bestimmter lichtstarker Linsen führt zu Bokehs bei Naturaufnahmen, die mit der Realität, wie sie das menschliche Auge wahrnimmt, überhaupt nichts mehr zu tun haben. Jedenfalls sehe ICH, wenn ich bspw. flach über einem Gewässer schwimmende Wasservögel beobachte, nicht einen derart aufgelösten Hintergrund mit Bokehkreisen wie ihn diverse Linsen liefern und somit eben aus meiner Sicht ein ebenso fragwürdiges Ergebnis liefern wie eines, das auch digital erzielt werden kann."

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Vaterfreuden antwortete auf das Thema: Freistellungswahn bei der Vogelfotografie

1 Jahr 7 Monate her

Teils gebe ich dir ja Recht. ;-)

Ich bin eben eher ein Fan davon, das Bild direkt bei der Aufnahme schon korrekt zu haben und nicht erst hinterher.

Natürlich macht man es sich einfacher, wenn man solche Bildbearbeitungen verbietet - was bestimmt auch nicht mehr zeitgemäß ist ... <-- da bin ich schon bei dir.

Summa summarum lässt sich glaube ich in unserer beidem Sinn sagen, dass wir eine übermäßige Bildbearbeitung vermeiden möchten, oder?

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volker antwortete auf das Thema: Freistellungswahn bei der Vogelfotografie

1 Jahr 7 Monate her

Vaterfreuden schrieb: Teils gebe ich dir ja Recht. ;-)
Summa summarum lässt sich glaube ich in unserer beidem Sinn sagen, dass wir eine übermäßige Bildbearbeitung vermeiden möchten, oder?


Ja, in diesem Punkt bin ich mit Dir natürlich der gleichen Meinung!

Mir geht es letztlich eigentlich nur darum, dass digitale Manipulationen von Bildinformationen nicht mehr oder weniger "zulässig" sein sollten als physikalische zum Aufnahmezeitpunkt. Mit Filteraufsätzen lassen sich die tollsten Effekte kreieren und ich finde es schon seltsam, dass diese dann anders bewertet werden als digitale.

Viele Grüße
Volker

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Vaterfreuden antwortete auf das Thema: Freistellungswahn bei der Vogelfotografie

1 Jahr 7 Monate her

juhu - wir haben zusammen gefunden ;-)

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volker antwortete auf das Thema: Freistellungswahn bei der Vogelfotografie

1 Jahr 7 Monate her

Ja!

Und ich finde es klasse, dass wir uns hier, obwohl wir vlt. in einigen Punkten unterschiedliche Standpunkte vertreten, konstruktiv austauschen, ohne dass das Ganze in´s Negative abgleitet.

Daher: DANKESCHÖN!

Viele Grüße
Volker

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Vaterfreuden antwortete auf das Thema: Freistellungswahn bei der Vogelfotografie

1 Jahr 7 Monate her

Bence hat es auch sehr gut beschrieben:

„Ein großartiges Wildtier-Foto ist technisch perfekt, innovativ und nicht wiederholbar. Es ist ein echtes Spiegelbild von dem was stattgefunden hat, und die Tiere müssen sich bewegen können so wie sie es möchten. Während Photoshop verwendet werden kann, um ein Bild zu verbessern, sollte es das alleinige Ziel einer solchen Post-Produktion sein, die Realität auf die genaueste Art und Weise wiederzuspiegeln.“

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